Lärm im Operationssaal?

Mehr Sicherheit bei chirurgischen Eingriffen in leiseren OP-Sälen.

Lärm in Krankenhäusern ist nicht nur nervig, sondern hat negative Konsequenzen für die Genesung der Patienten sowie für die Fehlerquote im OP. Eine zu laute und unruhige Umgebung stresst Chirurgen und gefährdet ihre Patienten. Doch schon durch einfache Maßnahmen kann der Lärmpegel gesenkt und die Anzahl der Komplikationen halbiert werden.

Patienten bleiben zahlreiche Komplikationen erspart, wenn das Krankenhauspersonal leiser zu arbeiten versteht und hierfür Geräte einsetzt, die es vor zu hohem Lärmpegel warnen.  Zu diesem Ergebnis kam eine in der angesehenen wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Annals of Surgery“ veröffentlichte Studie aus der kinderchirurgischen Abteilung eines deutschen Krankenhauses.

Mehr Sicherheit bei chirurgischen Eingriffen in leiseren OP-Sälen

 

Medizinischen Hochschule Hannover

An der Medizinischen Hochschule Hannover zeichneten Forscher die Lärmpegel vor und nach der Einführung elektronischer Lärmmessgeräte der Fa. SoundEar auf. Die Lärmmesser geben sofort nach Überschreiten des eingestellten Grenzwertes ein visuelles Warnsignal ab. Im Rahmen dieser Initiativen wurden u. a. der Ein- und Austrittsverkehr an den OP-Saaltüren eingeschränkt sowie Vorschriften über Privatplaudereien und Handy-Gespräche eingeführt. Dadurch sank die Zahl der Komplikationsfälle signifikant.

Die Forscher führten ihre Studie in einem OP-Saal durch, wo Chirurgen Kinder jeden Alters operierten – von Frühchen bis zu 16-Jährigen. 156 Operationen umfasste die Studie, und im OP-Saal wurden die mittleren Geräuschpegel erfolgreich von 63 auf 59 dB gesenkt, was das Personal als Lärmhalbierung wahrgenommen hatte. Darüber hinaus verringerte sich merklich die Zahl der Lärmspitzen, die der Lautstärke eines vorbeifahrenden Lastwagens entsprachen.

Bevor die Lärmreduktionsmaßnahmen traten bei 20 von 58 Eingriffen postoperativen Komplikationen auf, während es nach dem Lärmminderungsprogramm lediglich bei 10 von 56 Patienten dazu kam. Nebenbei wiesen die Messungen noch auf eine Verringerung der Stressbelastung bei den Chirurgen hin.

Die Forscher montierten an den Wänden auf Augenhöhe Lärmmessgeräte von SoundEar. Dieses Gerätemodell weist ein ohrförmiges Display auf, das je nach Lärmpegelanstieg von Grün auf Gelb und bei Überschreitung des eingestellten Grenzpegels auf Rot wechselt.

Seit dieser Studie sind die Lärmmesser von SoundEar noch weiterentwickelt worden und die neuste Serie – SoundEar3 – gibt die Möglichkeit ein hausdeckendes drahtloses Lärmüberwachungssystem mit Alarmfunktion, automatischen Lärmberichte und flexible Lichteinstellungen einzurichten.

 

Ein Auszug aus dem Artikel in Annals of Surgery finden Sie hier:

A noise-reduction program in a pediatric operation theatre is associated with surgeon’s benefits and a reduced rate of complications: a prospective controlled clinical trial.

 

Weitere Berichte über die Studie in Hannover finden Sie hier:

Weniger Lärm im OP senkt die Komplikationsrate

Ruhe im OP! Chirurgen machen bei Lärm Fehler

 

 

SoundEar an Ort und Stelle – bei Audi

Audi hat wie andere große deutsche Unternehmen ein eigenes Bildungszentrum. An den Standorten in Ingolstadt und Neckarsulm absolvieren aktuell mehr als 2.600 Azubis eine Berufsausbildung.

Wichtiges Thema in der Ausbildung sind Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit. Audi schärft bei den Azubis unter anderem gezielt das Bewusstsein für zu hohe Geräuschpegel und arbeitet an Maßnahmen zu deren Vermeidung.

SoundEar at AUDI
Copyright: AUDI AG

Ergebnis: Jeder kann den Lärm „sehen“.
Audi hat eine einfache Lösung erarbeitet, Geräuschpegel anzuzeigen. Das Unternehmen macht dabei Geräusche im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar. Die Erfahrung zeigt, dass die Azubis von sich aus ihr Verhalten anpassen, sobald sie die installierten Geräuschindikatoren im Auge behalten. So setzen die Azubis eher den Gehörschutz auf, wenn sie tatsächlich sehen können, dass die Geräuschpegel hoch sind.

Audi setzt zur Überwachung der Geräuschpegel SoundEar SE II Industry ein. SoundEar gibt ein deutliches Warnsignal ab – durch die Visualisierung der Geräusche auf besonders leicht verständliche Weise.

Wie sieht es damit an Ihrem Arbeitsplatz aus?
Uns interessiert Ihre Erfahrung zu den Geräuschverhältnissen an Ihrem Arbeitsplatz. Ist man schon sensibilisiert für Geräusche im Arbeitsumfeld – oder noch weit davon entfernt?

T-Systems empfiehlt den NoiseGuide für Lärmreduktion im Büro

Wenn es um eine Reduzierung des Lärmpegels in Büros geht, stellen die Geräusche durch Gespräche eines der Probleme dar. Da zeichnet sich der NoiseGuide aus.

Office noise_Noise Guide in office

Als die deutsche IT-Dienstleistungs- und Beratungsfirma T-Systems beschloss, Großraumbüros einzuführen, startete sie als Teil des Prozesses verschiedene Initiativen, um die Störung durch Bürogeräusche in den neuen Großraumbüros zu verhindern.

Eine der Initiativen, die T-Systems anderen Unternehmen mit Großraumbüros empfiehlt, bestand darin, Noise Guides in den Büros zu installieren. Mitarbeiter benützen die Noise Guides als visuelle Erinnerung, um ihren eigenen Geräuschpegel und den ihrer Kollegen gering zu halten. Regine Weller sagt:

“Wir empfehlen auf jeden Fall den Noise Guide für alle Großraumbüros. Er ist ein wichtiges Werkzeug, um Selbstkontrolle in Bezug auf Lärm zu erreichen.”

Regine Weller erklärt weiter, daß die Noise Guides den Mitarbeitern helfen, sich ihrer eigenen Geräuschpegel bewusst zu werden. Und wenn Kollegen im Team den Sensor auf dem Noise Guide dazu bringen, auf rot zu schalten, machen sie einfach eine freundliche Bemerkung, um leiser zu werden.

Die neuen offenen Büroräume bei T-Systems wurden zu einem Zeitpunkt eingeführt, an dem die Probleme hinsichtlich Bürolärms schon bekannt waren und heftig diskutiert wurden. Deshalb war es T-Systems ein Anliegen, solche Probleme schon vorab zu vermeiden. Einige der Initiativen bestanden darin, Trennwände in den Büros aufzustellen, damit sich der Lärm in Grenzen hielt. Man beschloss auch, schalldämpfende Bilder an den Wänden anzubringen, um den Lärmpegel zu reduzieren, und überlegte sich sorgfältig, wo die verschiedenen Mitarbeiter und Teams in den Büros platziert werden sollten.

Diese praktischen Lösungen trugen dazu bei, den allgemeinen Lärmpegel in den Büros durch eine physische Planung der Büroumgebung zu vermindern, aber man brauchte auch ein Werkzeug, um den von Personen erzeugten Lärm zu reduzieren. Die Noise Guides unterstützen die anderen Initiativen, indem sie als ständige Erinnerung für jeden Mitarbeiter und jedes Team dienen, leise zu sein. Die Noise Guides helfen den Mitarbeitern, ihr eigenes Verhalten und das Verhalten ihrer Kollegen anzupassen, damit der Lärmpegel im ganzen Büro niedrig gehalten wird.

Lärmreduzierung in neonatalen Intensivstationen

Lärm in Krankenhäusern ist ein Problem für frühgeborene Kinder, deren Gesundheitszustand durch äußere Einflüsse, wie Lärm, gefährdet ist. Ihre Systeme sind unterentwickelt und sie benötigen für ihre Entwicklung so viel Ruhe und Schlaf wie möglich.

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Dies ist einer der Gründe, weshalb die neonatale Intensivstation des hochspezialisierten dänischen Krankenhauses, Rigshospitalet, nun die Zusammenarbeit mit der Lärmmessungsfirma SoundEar aufgenommen hat.

Nicht alle Geräusche sind Lärm

Das Krankenhauspersonal der neonatalen Intensivstation betont, dass es einen Unterschied zwischen “gute Geräuschen” und Lärm gibt. Dies bedeutet, nicht alle Geräusche sind Lärm und sollten deshalb auch nicht alle eliminiert werden.

Für die Entwicklung der Neugeborenen ist es wichtig, dass sie Geräusche, wie die Stimmen ihrer Eltern und Geschwister hören. Es ist ebenfalls wichtig, dass die Angestellten in kritischen Situationen miteinander hörbar kommunizieren können. Auch ist es unvermeidlich, dass manche medizinische Ausrüstungen, wie z.B. Respiratoren, laut sind. Unnötiger Lärm, verursacht durch Alarme, Möbel, Arbeitsabläufe und Gespräche, könnte jedoch reduziert werden.

Eltern auf dem Laufenden halten

Ein wichtiger Teil des Projektes ist, die Eltern über die Lärmmessgeräte und die Gründe für die Installierung zu informieren. Dabei soll nicht nur auf die Lärmreduzierung aufmerksam gemacht werden, sondern auch darauf, wie bedeutungsvoll es ist, mit ihren Neugeborenen zu sprechen. Auch, dass einige medizinische Versorgungsroutinen immer zu einem bestimmten Lärmpegel führen werden, sollte erwähnt werden.
Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, wäre Flyer zu entwickeln, die man den Eltern von Neugeborenen in Intensivstationen (NICU) überreicht.

Durch erhöhte Aufmerksamkeit Lärm in Krankenhäusern reduzieren

Das Ziel ist, durch Installation von Messgeräten in allen Zimmern, den Lärmpegel in Intensivstationen zu reduzieren. Die eine Hälfte der Messgeräte sind anonyme weiße Boxen, die ausschließlich den Lärmpegel messen und speichern. Die andere Hälfte der Messgeräte haben ein Display mit einem Ohr, das je nach Niveau des Lärmpegels grün, gelb oder rot leuchtet.

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Familien und Angestellte dazu auffordern, Lärm zu minimieren

Die treibenden Kräfte hinter dem Projekt an der NICU sind:
Janne Weis, Klinische Forscherin und Krankenpflegespezialistin
Gorm Greisen, MD, Professor für Kinderheilkunde
Susanne Søndergaard Kappel, Klinische Krankenpflegespezialistin

Sie erhoffen sich, in der NICU durch verschiedene Arten von Aufforderungen eine Reduzierung des Lärmpegels zu erreichen:

  • Die Lärmmessgeräte mit Displays sollen das Personal und die Familien für ihren eigenen Geräuschpegel sensibilisieren und dadurch auffordern, diesen zu minimieren.
  • Die Software informiert das Personal, wann und wo der Lärmpegel kritisch ist. So können Änderungen vorgenommen werden.
  • Die Software sendet wöchentlich via E-Mail Lärmberichte an die Angestellten. Diese Berichte können als Basis für Besprechungen und weitere mögliche Maßnahmen benutzt werden.

Beispiele von Lärmberichten finden Sie hier:

Lärmbericht von einem Tag
Lärmbericht von einer Woche

Änderung der Routine

Nachdem die SoundEar Geräte ein paar Monate in der NICU in Betrieb waren, wurde das Personal gebeten, einen Fragebogen über den gefühlten Lärmpegel auszufüllen. Hatten die SoundEar Geräte einen Unterschied erreichen können?

14 Angestellte, vorwiegend Krankenschwestern, füllten den Fragebogen aus. 78,6% berichteten, dass sie durch die SoundEar Geräte bewusster auf den Lärmpegel geachtet hatten. Die gleiche Prozentzahl berichtete, aufgrund der SoundEar Geräte einige Änderungen in ihrem Verhalten gemacht zu haben.

Die Änderung, die von den meisten Angestellten vorgenommen wurde, betrifft das Auspacken von Spritzen und anderer medizinischer Ausrüstung und Zubehör. Das Auspacken wird jetzt außerhalb der Patientenzimmer ausgeführt. Es wurde festgestellt, dass das Zerreißen von Plastik unnötigen Lärm in der Nähe der Kinder verursachte. Andere Angestellte berichteten, dass sie nach der Installation der SoundEar Geräte, angefangen hatten, leiser zu sprechen und die Alarme auf einen niedrigeren Pegel eingestellt haben.

Viele Angestellte berichteten außerdem, dass Eltern zunehmend aufmerksamer auf den Lärmpegel wurden und andere Besucher und Geschwister darauf hingewiesen haben. Die Aufmerksamkeit bezüglich Lärm wurde dadurch allgemein erhöht.

Sonderanfertigung der Software

Alle Lärmmessgeräte leiten die gemessenen Lärmergebnisse drahtlos an einen zentralen Computer weiter. Dort sind sie für die Angestellten verfügbar. Die Software wurde von SoundEar in Zusammenarbeit mit dem Personal der NICU spezifisch für Krankenhäuser entwickelt.

Zusammenarbeit in der Erstellung des Lärmmessgerätes

Ein wichtiger Teil des Projektes war, ein System zu erstellen, das die Lärmreduzierung in Krankenhäusern unterstützen und ein Teil der täglichen Routine werden würde. SoundEar fokussierte auf den Bedarf der Angestellten und deren Alltag.

Am Anfang des Projektes sah SoundEar die Software-Plattform als die Hauptkomponente des Systems und als ein tägliches Werkzeug der Angestellten. Die Idee war, dass der Lärmpegel genau wie die Gesundheitszustände der Kinder überwacht werden würde.

Um die Software für Krankenhäuser zu optimieren, interviewte SoundEar mehrere Angestellte. Es wurde bald festgestellt, dass die Krankenschwestern – obwohl sie die Reduzierung des Lärmpegels als wichtig erkannten – die kritische medizinische Versorgung der Neugeborenen und deren Wohlbefinden priorisierten. Da sie eine hohe Auslastung hatten und dauernd beschäftigt waren, war es für sie nicht möglich, Zeit für eine Software zu finden, die keine unmittelbare medizinische Bedeutung für die Neugeborenen hatte.

Stattdessen schlugen sie vor, dass einige Mitglieder des Personals ausschließend für Lärmreduzierung zuständig sein sollten. Sie würden mit der Software arbeiten, die Messwerte analysieren und wöchentlich diese Informationen an den Rest der Angestellten weiterleiten. Von diesem Vorschlag aus entwickelte sich die Idee von automatisch erzeugten Berichten. Diese werden jede Woche an Hauptangestellte geschickt, um eine wöchentliche Basis für das Besprechen des Lärmpegels zu sichern.

Mehr über Lärm in Krankenhäusern

Vielleicht würde Sie dies interessieren:

Forschungsbericht über eine Untersuchung von Lärmreduzierung mit Hilfe von SoundEar in Operationsräumen

SoundEar Pressebericht über die Untersuchung

Ottawa Krankenhaus installiert SoundEar um nachts Lärmreduzierung zu erreichen

CBC Radiobericht über Lärm in Krankenhäusern und die Risiken für Patienten

Blog-Post über Lärm in Krankenhäusern von Schneider Electric

Wie reduziert man den Lärmlevel in Städten?

Sind Sie einer von fast 70 Millionen Europäern, die jeden Tag einem Lärmlevel über 55 dB ausgesetzt sind? Aufgrund einer großen Bandbreite von Gesundheitsproblemen, die mit hohen Lärmlevels verbunden sind, fordert die Europäische Kommission von den Mitgliedsländern eine Übersicht der Lärmlevels in großen Städten.

Aber wie reduzieren wir den Lärm in den Städten und wie wird die Lärmbelastung zum Gesundheitsrisiko? Lesen Sie, wie die schwedische Stadtverwaltung von Malmö mit dem Thema Lärm in ihrer Stadt umgeht.

 

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Lärm hat Auswirkungen auf Ihre Gesundheit

Studien haben gezeigt, dass Lärm auf das physische und mentale Wohlbefinden der Menschen einwirkt. Stress, negative Schlafmuster, Konzentrationsschwierigkeiten und sogar Lernprobleme sind einige der negativen Effekte von Lärm. Lärm ist auch bekannt als Verursacher von permanentem Gehörverlust, hohem Blutdruck und Herz-Kreislauf-Störungen.

Gerade für Kinder ist das Risiko groß, dass sie unter Schwierigkeiten beim Lernen, bei der Konzentration und beim Schlafen leiden. All dies ist aber wichtig für ihre Entwicklung.

Lesen Sie mehr über die Gesundheitsauswirkungen von Lärm in diesen Artikeln:  

Health effects of noise

Auditory and non-auditory effects of noise on health

Health effects caused by noise: Evidence in the literature from the past 25 years

Anforderungen der EU

Die Europäische Kommission fordert, dass die Mitgliedsstaaten alle fünf Jahre Lärmkarten und Einsatzpläne für den Umgang mit Lärm für folgende Bereiche erstellen:

  • Städte mit mehr als 100.000 Einwohner
  • Hauptverkehrsstraßen (mehr als 3 Millionen Fahrzeuge im Jahr)
  • Hauptbahnstrecken (mehr als 30.000 Züge im Jahr)
  • Große Flughäfen ( mehr als 50.000 Bewegungen im Jahr, einschließlich kleiner Flugzeuge und Hubschrauber)

Quelle: European Commission

Es scheint so, als wäre es ein großes Thema, herauszufinden, wie man Lärm in der Stadt reduzieren kann.  Daher traf sich SoundEar vor kurzem mit dem Umweltingenieur, Mårten Spanne, vom Umweltamt in Malmö, um mehr über ihr Lärmreduzierungsprogramm zu erfahren und zu hören, mit welchen Initiativen man den Lärm in Malmö reduziert.

Der Start: Lärmlevel messen und Bewusstsein schaffen

Malmö, im Süden von Schweden, arbeitet daran, die negativen Auswirkungen von Lärm für ihre Bewohner durch ein umfangreiches Lärmreduzierungsprogramm zu mindern. Der erste Schritt in Richtung Lärmreduzierung in der Stadt ist, ein Bewusstsein für das augenblickliche Lärmniveau zu schaffen. In Malmö geschieht dies durch Lärmmessungen in der Stadt mit Außenmikrofonen und einem Lärmmesssystem von SoundEar.

Malmö richtet den Fokus darauf, eine bessere Geräuschatmosphäre zu erreichen und dadurch eine attraktivere und lebenswertere Stadt für Einwohner zu sein, die weniger unter gesundheitlichen Problemen, verursacht durch ein hohes Lärmniveau, leiden.

Um alles über das Lärmreduzierungsprogramm in Malmö zu lesen (auf Schwedisch), besuchen Sie die Website der Stadt, oder downloaden Sie das Programm auf PDF.

Wie und wo sollte man den Lärm messen?

Um die aktuellen Lärmlevels in Malmö zu messen, hat die Stadtverwaltung zweiSoundEar Lärmmessgeräte in der Stadt installiert. Sie helfen, zu erkennen, wo die größten lärmverursachten Probleme sind und erstellen daraus eine Übersicht für die ganze Stadt.

Momentan wird der Lärm in Malmö hauptsächlich an diesen Stellen gemessen:

  • Bergsgatan: Lärmmessung in einer belebten Straße
  • Mobile Überwachungseinheit: momentane Lärmüberwachung in Nobelvägen
    (eine verkehrsreiche Straße im Norden der Stadt)

Malmö hat auch eine tragbare Messstation, die sich in einem Anhänger befindet. Dies ermöglicht, Lärm für eine kürzere Zeitspanne an jedem beliebigen Ort zu messen. Unter anderem wurden damit Messungen am Hafen durchgeführt, um die Lärmbelästigungsniveaus von Fracht- und Kreuzfahrtschiffen, die die Geräuschlandschaft im Hafen dominieren, zu bestimmen.

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(Messstation in Malmö, Dalaplan)

Mit der Überwachungsstation am Dalaplan sammelt die Stadtverwaltung täglich Informationen über die Verschmutzung in Malmö, von Kohlendioxid über Ozon und unter anderem auch die Lärmbelästigung. Die Lärmlevels werden von einem SoundEar 3-320 Gerät mit einem Außenmikrofon gemessen.

„Sehr lange haben wir keine Lärmmessungen in Malmö durchgeführt. Die letzte Kampagne, den Umgebungslärm zu messen, war in den frühen 70-er Jahren. Bei der Umsetzung des Lärmreduzierungsprogramms haben wir entschieden, dass wir den Lärm in den Straßen messen müssen, um so die Vorteile der Aktionen zu zeigen, die die Reduzierung der Lärmquellen mit sich bringen – in diesem Fall, die belebten Straßen von Malmö.

Umwelt- und Lärmreduzierungsinitiativen

Neben der Messung von Lärmlevels in der Stadt, weist Mårten Spanne auf einige Initiativen der Lärmreduzierung hin, die die Stadtverwaltung bisher realisiert hat. Eine von ihnen ist, die Geschwindigkeitsbegrenzung in der Innenstadt auf 40 km/h zu senken – nicht nur um eine ruhigere Atmosphäre zu schaffen, sondern auch um die Verschmutzung und die Verkehrsunfälle zu reduzieren. Eine andere wichtige Initiative war die Vorschrift, dass alle öffentlichen Stadtbusse elektrisch angetrieben werden müssen – sie sind nicht nur viel leiser als andere Busse, sondern verschmutzen auch die Luft in der Stadt weniger.

Laut Mårten Spanne sind die nächsten Schritte auch sehr interessant und legen den Schwerpunkt mehr auf die „weicheren Seiten“, um auch dadurch eine gute Atmosphäre für die Bewohner von Malmö zu schaffen. Als nächstes sollen ruhige Bereiche und Zonen in Parks, auf Plätzen und in anderen Erholungsgebieten rund um die Stadt geschaffen werden. Dies soll Rückzugsmöglichkeiten vom geschäftigen Stadtleben schaffen und Platz bieten, sowohl für das Gehör als auch für den Geist, um in Malmö zu entspannen.

reduce noise_Soundear 3-320 device

(Umweltingenieur der Stadtverwaltung Malmö, Mårten Spanne, mit einem SoundEar 3-320 Lärmmessgerät)

Fokus auf Bereiche mit vielen Menschen

In Malmö wurde entschieden, Lärm in Bereichen zu messen, die dafür bekannt sind, dass dort generell ein hohes Lärmniveau herrscht und in Bereichen, in denen der Lärm die meisten Menschen beeinflusst. Bereiche in Malmö, mit besonderer Aufmerksamkeit hinsichtlich Lärm:

  • Wohngebiete
  • Vor- und Grundschulen
  • Parks und Erholungsgebiete
  • Belebte Straßen und Kreuzungen

In Malmö ist der Fokus auf die Lärmreduzierung eng verbunden mit dem Wohlbefinden der Einwohner. Es kann schwierig sein, die Ergebnisse des Lärmreduzierungsprogramms zu quantifizieren. Aber die Stadtverwaltung erwartet, dass sie zu einer Verbesserung der Gesundheit der Einwohner führen, z.B. besserer Schlaf, weniger Stress und ein geringeres Risiko für Bluthochdruck.

Aber wie – abgesehen von den Lärmmessungen – sollen die Reduzierung des Lärmlevels erreicht werden?

Schritt für Schritt Lärm in Malmö reduzieren

Das langfristige Ziel des Lärmreduzierungsprogramms in Malmö ist es, folgende Lärmlevels zu erreichen:

  • Ein maximales „Indoor – Lärmlevel“ in der Nacht von 30 dBA
  • Ein maximales „Outdoor – Lärmlevel“ in der Nacht von 55 dBA

Um eine Idee zu bekommen, was diese Lärmlevels aktuell bedeuten, werfen Sie einen Blick auf diese PDF, die Beispiele von Lärmlevels in verschiedenen Situationen zeigt.

Einige Initiativen, die die Stadt Malmö bereits ergriffen hat und zukünftig ergreifen wird, um diese Levels zu erreichen:

  • Verkehrsregeln – Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 40 km/h in der Innenstadt
  • Ausschließlicher Gebrauch von elektrisch angetriebenen Bussen im öffentlichen Verkehr
  • Installation von Lärmschutzwänden in öffentlichen Bereichen
  • Pflasterstraßen mit geräuschabsorbierendem Asphalt
  • Fensterisolierung – finanzielle Unterstützung der Hauseigentümer, die Ihre Fenster gegen Lärm isolieren
  • Schaffung von Ruhebereichen in Parks und anderen Erholungsgebieten

Anpassung an die Bedürfnisse von Malmö

Die Stadtverwaltung von Malmö zeichnet alle Messungen auf und sammelt sie manuell via USB für Forschungszwecke. Aber es gibt auch eine öffentliche Website mit den Lärmlevels. Für diesen Zweck brauchen sie nur die stündlichen Lärmmittelwerte zusammen mit dem maximalen Geräuschpegel. Dadurch ist es auch leichter zu lesen. Dieser spezifische Bedarf resultierte in der Entwicklung eines kleinen zusätzlichen Stück Software für das SoundEar 3 Lärmmesssystem, das nur die folgenden Messtypen herauszieht:

  • „LAeq, 60 min.“ (der durchschnittliche Lärmlevel, gemessen über 60 Minuten) und
  • „LAF max“ (der höchste A-gewichtete Lärmlevel, gemessen innerhalb einer Sekunde, als schnelle Messung)

Mit der neuen Software gewährleistet die Stadt Malmö eine stabile und zuverlässige Protokollierung der Daten, die für die direkte Veröffentlichung auf der Website gebraucht werden.

Was bedeutet das alles?

Um es zusammenzufassen, es gibt eine Menge Risiken, wenn man einem zu hohen Lärmlevel ausgesetzt ist, wie Stress, hoher Blutdruck und Konzentrationsschwierigkeiten. Die Europäische Kommission hat beschlossen, dass die europäischen Länder einen Plan für die Reduzierung des Lärmniveaus in ihren Städten erstellen müssen.

Ein solcher Plan zur Lärmreduzierung kommt von der schwedischen Stadt Malmö. Dort liegt das Hauptaugenmerk auf der Reduzierung des Lärmlevel an den Stellen, an denen sich vor allem Menschen aufhalten. Das ist in Wohngebieten, in der Nähe von Schulen, in öffentlichen Parks und auf Plätzen in der Stadt.

Einige der Schritte, um Lärm in Malmö zu reduzieren, sind neugeschaffene Ruhezonen in den Erholungsgebieten rund um die Stadt und die Bewohner bei der Isolierung ihrer Fenster gegen Lärm zu unterstützen. Wenn es um Verkehrslärm geht, nutzt Malmö eine Anzahl verschiedener Initiativen, einschließlich geräuschabsorbierendem Asphalt, elektrisch angetriebene Busse und Verkehrsregelung.

Vielleicht sind Sie neugierig, was Ihre Stadt unternimmt um den Lärm zu reduzieren? Überprüfen Sie die Website oder erfahren Sie in einem persönlichen Gespräch, welche Pläne es gibt. Vielleicht gibt es dort auch Vorschläge, wie Sie in ihrer Wohnung, ihrem Haus oder in der Nachbarschaft den Lärm reduzieren können.

Möchten Sie jemandem den Tipp geben, dies zu lesen?